Bundesligist bestraft eiskalt Fehler von JFV-Talenten

 

Bundesligist bestraft eiskalt Fehler von JFV-Talenten

Sie haben alles gegeben, ohne sich für ihren Einsatz zu belohnen. Enttäuscht, aber auch stolz auf die eigene Leistung verließen die U-19-Fußballer des JFV Nordwest nach der 1:5 (0:1)-Niederlage gegen die A-Junioren von Hannover 96 den Platz. „Das ist eben der Unterschied zwischen Bundesliga und Regionalliga“, kommentierte Torwart und Kapitän Niklas Kuschkowitz das Halbfinal-Aus im Niedersachsen-Pokal gegen den klassenhöheren Nachwuchs des Proficlubs.

Mit einem Fehler hatte Kuschkowitz die Niederlage in der 23. Minute eingeleitet, als er den Ball gegen den Torschützen Marc-Jannick Grunert vertändelte. „Ich hatte einfach zu viele Optionen im Kopf – ärgerlich, weil wir gut im Spiel waren“, bedauerte der JFV-Keeper. Von Beginn an traten die Oldenburger mutig auf und versteckten sich nicht. Das 0:1 zur Pause ließ noch alle Möglichkeiten für eine Überraschung offen, doch in den Schlüsselszenen verhielt sich der Bundesligist cleverer. So verwandelte Mike Steven Bähre einen Foulelfmeter (53. Minute) sicher, während Tilman Bischoff kurze Zeit später auf den anderen Seite vom Punkt scheiterte (60.). „In der Liga habe ich alle reingehauen“, ärgerte sich der Mittelfeldspieler, der den Auftritt seiner Mannschaft lobte: „Wir haben uns gut verkauft.“

Das galt auch nach dem 0:3 durch Bähre (62.). Nur kurz ließen die Gastgeber die Köpfe hängen, um danach noch einmal alles zu versuchen. Ein direkt verwandelter Freistoß vonPascal Steinwender (65.) brachte den verdienten Anschlusstreffer und ließ kurz Hoffnung aufkeimen. „Ich habe den ganzen Frust in diesen Schuss gelegt“, berichtete der Torschütze. „Als Team sind wir gut aufgetreten, die individuelle Klasse von 96 war aber entscheidend“, bilanzierte er.

Die ließ Hannover dann auch in der Schlussphase aufblitzen. Onur Capin erhöhte auf 4:1 (77.), Bähre verwandelte den zweiten – jedoch höchst fragwürdigen Foulelfmeter – schließlich zum 5:1 (79.).

„Die Niederlage ist etwas zu hoch ausgefallen“, resümierte JFV-Trainer Stephan Ehlers und verteilte Komplimente an seine Spieler: „Sie haben sich hervorragend verkauft und Werbung für den Oldenburger Fußball gemacht.“ Das Endspiel aber bestreitet Hannover 96 an Himmelfahrt, 29. Mai, in Barsinghausen gegen Ligarivale VfL Wolfsburg, der schon im Dezember Landesligist BW Lohne im zweiten Halbfinale mit 9:0 bezwungen hatte.

(Text: NWZ Oliver Bloch Foto: NWZ Martin Remmers)