Regionalliga Nord der A-Junioren 2014/2015: JFV Nordwest Tabellenführer

 

Regionalliga Nord der A-Junioren 2014/2015: JFV Nordwest Tabellenführer

VfB und VfL Oldenburg sollen profitieren

Als Tabellenführer gehen die A-Junioren des JFV Nordwest in die Winterpause. Hinter Trainer Stephan Ehlers und seinem Team liegen also ausgesprochen erfolgreiche Monate, und sie gehen offenbar mit einer Menge Vorfreude an die kommenden Aufgaben.

Ihre Mannschaft mischt seit dem ersten Spieltag an der Spitze der Liga mit. Überrascht?

Wir stehen seit dem 1. Spieltag nie schlechter als Platz zwei in der Tabelle. Das ist sicher eine Entwicklung, mit der man im Jugendfußball nicht unbedingt rechnen kann. Mir war klar, dass wir eine starke Mannschaft in dieser Saison an den Start bringen. Jedoch unterliegt gerade der Jugendfußball immer auch Leistungsschwankungen, die es schwer machen, den genauen Erfolg einer Mannschaft vorherzusagen. In unserer ersten Saison im letzten Jahr, nach dem Zusammenschluss der äußerst erfolgreichen Jugendabteilungen des VfL und VfB Oldenburg zum JFV Nordwest, die wir mit einem hervorragenden 3. Platz abschließen konnten und somit nur denkbar knapp die Bundesligarelegation verpassten, ist es uns gelungen, die 6 Spieler des jüngeren Jahrgangs der letzten Saison weiter an uns zu binden. Hinzu kamen 5 „Eigengewächse“ aus der U17-Regionalligamannschaft und 6 Spieler des „Farmteams“ VfL Oldenburg, die in der Niedersachsenliga spielen und somit auf höherem Niveau Erfahrung im A-Jugend-Bereich sammeln konnten. Darüber hinaus haben wir uns punktuell hervorragend spielerisch wie menschlich von „Außen“ verstärkt, sodass ich nach der Vorbereitung schon die Hoffnung gehegt hatte, ein gewichtiges Wort um die vorderen Plätze mitsprechen zu können. Alle Spieler sind heiß darauf in diese Saison besser abzuschließen als die Letzte.

Was macht ihre Mannschaft aus?

Ganz klar die mannschaftliche Geschlossenheit und der Teamgeist. Hinzu kommen im spielerischen Bereich die Qualität in der taktischen Disziplin und auch der unbedingte Wille, offensiven Fußball spielen zu wollen. Das Umschaltspiel haben die Jungs schon immer weiter verbessert, und 13 verschiedene Torschützen machen die Mannschaft auch für die Gegner schwer ausrechenbar. Darüber hinaus habe ich auch noch kein Spiel erlebt, bei dem ich das Gefühl hatte, dass sich nicht alle hundertprozentig in jedem Moment reinhängen. Im Spiel gegen den Ball liegt eine weitere Stärke der Mannschaft.

Welche Ziele verfolgen Sie nun mit Ihrem Team? Ist der Aufstieg ein Thema?

Unsere Mannschaft versteht sich als Ausbildungsmannschaft der beiden Stammvereine VfB Oldenburg und VfL Oldenburg. Im Idealfall schaffen die Spieler den Sprung in das Regionalliga-Herrenteam des VfB Oldenburg. Sollte dieses den Spielern auf Anhieb nicht zugetraut werden, so ist der Sprung in den Oberliga-Kader des VfL Oldenburg eine tolle Alternative. Langfristig soll der Oldenburger Fußball gespickt mit regionalen Talenten einmal wieder an die Tür des bezahlten Fußballs anklopfen und dieser Zusammenschluss ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Sollten wir in diesem Jahr die Gelegenheit haben, in die Junioren-Bundesliga aufzusteigen, so werden wir sicherlich die Erfahrungen, die beide Stammvereine bereits in den Juniorenbundesligen sammeln durften, in die Planungen einfließen lassen. Gleichwohl ist ein Aufstieg kein „Muss“. Die Vereinsvorgaben sehen im Idealfall einen Platz im oberen Drittel und die Ausbildung von Talenten vor. Die Kardinalfrage, die sich im Vergleich zu den Leistungszentren der Bundesligisten in diesem Zusammenhang stellt, ist die, ob ein größerer Nutzen in der Ausbildung liegt, wenn man in der Regionalliga oben mitspielt oder in der Junioren-Bundesliga im unteren Drittel? Ich denke, dass es schon sinnvoll ist, sich mit den besten eines Jahrgangs zu messen. Wir konnten zudem die Rahmenbedingungen unter Mithilfe der starken Sponsoren EWE AG und Öffentliche Versicherungen Oldenburg innerhalb des Vereins sukzessive verbessern.

Nach dem schwierigen ersten Jahr der Gründung, bei dem quasi in einem Vierteljahr ein neuer Verein aus der Taufe gehoben wurde und direkt in den Spielbetrieb geschickt wurde, ist es dem Vorstand um Stefan Könner und Rainer Bartels gelungen, den großen Erwartungen auch Taten folgen zu lassen. Hier sehe ich vor allem die Einstellung Nils Grapes als sportlichen Leiter, die Fertigstellung des neuen Trainingsplatzes und die Optimierung der Bedingungen rund um das Team, zum Beispiel mit der Einstellung Frank Schüllers als Betreuer als wichtige Bausteine für die erfolgreiche Arbeit an. Des Weiteren arbeitet das „Trainerteam“ mit Key Riebau als Co-Trainer, Jens Prawitt als Torwart-Trainer und Alexander Arndt als Athletik-Trainer sehr gut und motiviert zusammen. Ein Aufstieg wäre also machbar, aber man kann so etwas, wie eingangs erwähnt, nicht planen und somit wäre ein weiteres Jahr Regionalliga kein „Beinbruch“.

Wie schätzen Sie die Lage an der Tabellenspitze ein?

Die Tabellenspitze habe ich schon so erwartet. Mit den Bundesligaabsteigern aus Lübeck und vor allem aus Osnabrück war schon zu rechnen. Auch Havelse habe ich vorne erwartet. Etwas überraschend der Blumenthaler SV, der aber längst zu den arrivierten Teams der Liga zählt. Auch Niendorf hat sich zusehends stabilisiert und sollte sicherlich zum oberen Drittel hinzugezählt werden. Es wird bis zum Ende sicherlich ein enges Rennen bleiben und man wird sich unter den Spitzenteams gegenseitig um den einen oder anderen Punkt erleichtern. Große Bedeutung kommt da den vermeintlich „leichteren“ Spielen gegen Teams des mittleren oder unteren Drittels zu. Hier sollte man tunlichst wenig Punkte liegen lassen, denn die können in der Endabrechnung richtig wehtun.

 

(Das Interview führte Stefan Freye / Norddeutscher Fußballverband)