Talentförderung ist eine Herausforderung

 

Talentförderung ist eine Herausforderung

Lange überlegen musste Nils Grape nicht. „Als JFV-Vorstand Rainer Bartels mich fragte, habe ich schnell zugesagt“, blickt er zurück, ohne die Entscheidung zu bereuen. Seit April bekleidet der 31-Jährige das neue Amt des Sportlichen Leiters beim JFV Nordwest, der 2013 von VfB und VfL gegründet worden war, um die Nachwuchsarbeit im Leistungsfußball in Oldenburg zu bündeln.

Fünf Jahre lang arbeitete Grape als Jugendtrainer beim VfL. Statt mehrmals pro Woche auf dem Platz zu stehen und sich am Wochenende den Kopf über die Aufstellung zu zerbrechen, agiert er nun stärker im Hintergrund. „Ich besetze als Sportlicher Leiter die Schnittstelle zwischen Vorstand und Trainern“, erklärt er: „Zudem bin ich Ansprechpartner für Eltern und Spieler. Mir ist der Austausch zwischen allen Beteiligten sehr wichtig.“

Kommunikation steht also im Vordergrund von Grapes Arbeit. Auch für die Spieler-Beobachtung – neudeutsch Scouting – und die Kontakte zu anderen Vereinen ist er zuständig. Genügend Erfahrung bringt der ehemalige Oberligakicker des VfL mit.

Zuletzt trainierte der gelernte Bankkaufmann die U 19 des Clubs in der Niedersachsenliga. Ein Jahr zuvor war er Bundesliga-Coach. Grape betreute die U 17, die es bis in die Eliteklasse geschafft hatte, diese aber gegen die übermächtige Konkurrenz aus den Leistungszentren der Proficlubs nicht halten konnte. „In dem Jahr habe ich viele wertvolle Erfahrungen gesammelt“, resümiert Grape, der seinerzeit keinen Sportlichen Leiter an seiner Seite hatte – anders als seine Kollegen von Werder Bremen, Hamburger SV oder VfL Wolfsburg mit ihren großen Trainer- und Betreuerstäben.

„Auch wenn wir uns mit diesen Clubs nicht auf eine Stufe stellen könne, wollen wir die Strukturen beim JFV professionalisieren und sie in kleinerem Format aufbauen“, kündigt Grape an. Dass es den JFV seit einem Jahr in Oldenburg gibt, bezeichnet er als „überfällig“, denn: „VfB und VfL haben sich vorher die Talente jedes Jahr gegenseitig weggeschnappt. Das war sehr anstrengend.“ Und auf Dauer wenig zielführend – von einigen kurzfristigen Ausreißern nach oben abgesehen.

Im zweiten Jahr spielen nun alle drei JFV-Teams – A-, B- und C-Junioren – in der Regionalliga. „Der Anfang ist gemacht, aber spätestens im dritten Jahr wollen wir angreifen“, blickt Grape Richtung Bundesliga: „Wir wollen möglichst viele Talente halten.“ Und diese auf hohem Niveau fördern. Schließlich sollen die Eigengewächse einmal in den Männerteams von VfB und VfL Fuß fassen. „Junge Talente gezielt zu fördern, ist eine tolle Herausforderung“, sagt Grape – ebenfalls ohne zu zögern.

(Text: NWZ Oliver Bloch)