Wir lassen uns nicht verrückt machen

 

Wir lassen uns nicht verrückt machen

U17 des JFV Nordwest spielt eine starke Regionalliga-Saison – Sonnabend Derby gegen Werder
 
Glaubte man Wolfgang Horn am Sonntag nach dem Spiel bei St. Pauli II, dann dürften seine B-Jugend-Fußballer zumindest zum Wochenanfang nicht unbedingt viel Spaß im Training gehabt haben. Zu ärgerlich befand der Trainer die 1:3-Pleite bei den Hanseaten – die zweite Niederlage gegen ein Team, dem man in Hin- und Rückspiel eigentlich überlegen war. „Nein, ich habe mich schon wieder beruhigt. Wir haben das Spiel analysiert und die Fehler angesprochen. Die Niederlage war einfach total unnötig“, so Horn, dessen Talente es verpassten, die frühe Führung durch Luca Liske noch vor der Halbzeit auszubauen, denn dann wäre „das Spiel gelaufen gewesen“. Anders als noch zum Rückrundenauftakt beim 3:0 in Lübeck, agierten die Oldenburger zu fahrig und kamen gegen die resolut und defensiv eingestellten Gäste nicht mehr zwingend in Abschlusssituationen.

Trotz der überraschenden Niederlage behauptete der JFV den fünften Tabellenplatz der Regionalliga, der derzeit gleichbedeutend ist mit dem Aufstiegsrelegationsplatz. Erster in der Liga ist Hannover 96, dahinter folgen vier zweite Mannschaften, die nicht aufsteigen dürfen. Als stärkste Konkurrenten sieht Horn nach wie vor den Eimsbütteler SV (15 Spiele, 23 Punkte) sowie den VfL Osnabrück (15, 19). Da beide am Wochenende ebenfalls nicht gewannen, verpassten es die Oldenburger (15, 26), ein kleines Polster zwischen sich und den Kontrahenten aufzubauen. Die verlorenen Punkte sollen nun an diesem Sonnabend (15 Uhr, Maastrichter Straße) im Derby gegen Werder Bremen II (15, 37) zurückgeholt werden – die Aufgabe gegen den Tabellenzweiten wird laut Horn schwer genug. „Die haben eine richtig starke Truppe.“

Das Hinspiel endete mit 1:4 aus Sicht des JFV. Horn dürfte im Vergleich zu den beiden Auftaktspielen dieses Jahres aber wieder auf einen etwas breiteren Kader zurückgreifen können. So kehren unter anderem Torjäger Lasse Patelt (12 Treffer) nach Gelbsperre sowie Noah Maletzko (Aushilfe U19) zurück. Neben den sportlichen Erfolgen – das Team steht auch im Finale des Landespokals – gilt es für Horn, auch die Spieler des jüngeren Jahrgangs an die Regionalliga zu gewöhnen und für höhere Aufgaben vorzubereiten. „Die Jungs machen super Fortschritte und werden langsam an das hohe Spielniveau herangeführt“, kann der Coach insgesamt ein sehr gutes Zwischenfazit ziehen. Die Jungjahrgänge Alex Chiarodia, Luca Liske oder Willem Hoffrogge gehören regelmäßig zum Aufgebot des JFV. Die Chancen, in diesem Jahr den Relegationsplatz zu ergattern, stehen gut. Vergangene Spielzeit verpassten die Talente nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses die große Chance auf den Bundesliga-Aufstieg. Horn will seiner Mannschaft aber den Druck nehmen. „Wir denken von Spiel zu Spiel und lassen uns überhaupt nicht verrückt machen“, betont er, dass die Saison noch sehr lang sei. „Am Ende wird man sehen, wofür es reicht.“ Ganz dem Motto: Alles kann, nichts muss. 

(Text: NWZ Magnus Horn / JFV Nordwest)